Mehr als PDF: Warum Ihre wissenschaftliche Zeitschrift in HTML und EPUB publizieren sollte
Die meisten wissenschaftlichen Zeitschriften veröffentlichen ihre Artikel ausschließlich als PDF. Das ist verständlich: Es ist das gewohnte Format, die Autorinnen und Autoren erwarten es, und es eignet sich zum Drucken. Doch ein Artikel, der nur als PDF existiert, ist auf dem Smartphone schwerer zu lesen, weniger barrierefrei und in manchen Fällen für akademische Suchmaschinen weniger sichtbar. Deshalb lohnt es sich, zusätzlich in HTML und EPUB zu publizieren.
In diesem Beitrag erklären wir, was HTML und EPUB leisten und wie Sie diese Formate veröffentlichen, ohne den Aufwand Ihrer Redaktion zu vervielfachen.
1. Sichtbarkeit: Wie akademische Suchmaschinen Ihre Zeitschrift lesen
Google Scholar indexiert Artikel sowohl in HTML als auch als PDF, doch die Richtlinien für Verlage sind sehr konkret:
- Jeder Artikel muss eine eigene URL haben, und der Volltext oder das vollständige Abstract muss ohne Anmeldung und ohne Klick sichtbar sein.
- Die Artikelseiten müssen bibliografische Metadaten enthalten (etwa
citation_title,citation_authorundcitation_publication_date) und, falls ein PDF vorhanden ist, dieses mitcitation_pdf_urlverlinken. - PDFs müssen markierbaren Text enthalten und dürfen nicht größer als 5 MB sein.
Eine HTML-Artikelseite mit sichtbarem Abstract und vollständigen Metadaten ist der zuverlässigste Weg, diese Vorgaben zu erfüllen. Außerdem wird HTML auch von allgemeinen Suchmaschinen und Discovery-Systemen gelesen, die PDFs nur schwer auswerten können.
2. Lesen: Die meisten lesen bereits auf dem Smartphone
Ein zweispaltiges PDF auf einem Smartphone-Bildschirm zwingt zum Zoomen und Scrollen in alle Richtungen. HTML und EPUB passen sich dem Bildschirm an: Der Text fließt um, Tabellen lassen sich scrollen und Abbildungen vergrößern. Bei Leserinnen und Lesern, die über soziale Netzwerke oder eine E-Mail kommen, entscheiden diese ersten Sekunden darüber, ob sie bleiben oder abspringen.
3. Barrierefreiheit: eine wachsende Anforderung
Menschen, die Screenreader nutzen, haben große Schwierigkeiten mit PDFs, die nicht entsprechend aufbereitet sind. Gut strukturiertes HTML und EPUB sind darauf ausgelegt, Inhalte barrierefrei zugänglich zu machen: echte Überschriften, Alternativtexte für Bilder, strukturierte Tabellen.
In der Europäischen Union gilt der European Accessibility Act (in Deutschland durch das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz umgesetzt) seit Juni 2025 für bestimmte digitale Produkte und Dienstleistungen, darunter E-Books. Wie weit er genau für wissenschaftliche Zeitschriften reicht, ist noch nicht abschließend geklärt und hängt vom Einzelfall ab, doch der Trend ist eindeutig: Leserschaft, Förderorganisationen und Institutionen werden zunehmend erwarten, dass in barrierefreien Formaten publiziert wird.
4. Nachnutzung: Strukturierte Inhalte reichen weiter
Werden HTML und EPUB aus einer strukturierten Fassung des Artikels erzeugt – etwa aus JATS-XML –, lässt sich derselbe Inhalt ohne Neuaufbereitung für Datenbanken, Repositorien und neue Kanäle nutzen.
Das Problem: mehr Formate, mehr Arbeit
Dass viele Zeitschriften weder in HTML noch in EPUB publizieren, liegt nicht daran, dass sie die Vorteile nicht sehen, sondern an der Zeit. Jedes Format separat zu erstellen, kann mehrere Stunden pro Artikel kosten, und jede Korrektur muss in allen Formaten wiederholt werden. Deshalb bleibt es beim HTML oft bei einer automatischen Konvertierung von geringer Qualität, und ein EPUB entsteht gar nicht erst.
Die Lösung: alle Formate aus einer Quelle
Mit Index Production lädt Ihr Team die Word-Datei der Autorin oder des Autors hoch und erhält gleichzeitig PDF, HTML, JATS-XML und EPUB – im Layout der Zeitschrift und untereinander synchron. Vier Formate kosten nicht mehr viermal so viel: Die Arbeit beschränkt sich auf Prüfen und Freigeben.
Möchten Sie wissen, wie viel Zeit Sie sparen würden, wenn Sie alle Formate auf diese Weise veröffentlichen? Probieren Sie unseren Einsparungsrechner aus: Geben Sie an, wie viele Artikel Sie veröffentlichen und welche Formate Sie heute anbieten, und Sie sehen, welche Formate Sie hinzugewinnen und wie viele Stunden Sie freisetzen würden.
